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Experten: Ergebnisse der Kita-Studie sind "Warnsignal"


11.06.2024 - 16:00 Uhr


Maßnahmen zur Fachkräftesicherung in der frühkindlichen Bildung müssen absolute Priorität haben. Das fordern die Arbeitskammer und die Gewerkschaften Verdi und GEW Saarland in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Anlass sind die Ergebnisse der aktuellen Studie «Nur Teilzeit in Kita?» der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Zahl der Beschäftigten in der frühen Bildung und Betreuung ist in den letzten Jahren demnach enorm gestiegen. Der prozentuale Anstieg fiel dreimal höher aus als in der deutschen Gesamtwirtschaft. «Trotzdem kann der Bedarf an Fachkräften auch im Saarland nicht gedeckt werden», sagte Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer. Allein bis zum 2025 würden im Saarland rund 1600 Erzieher und Erzieherinnen fehlen - Tendenz steigend. Ab 2026 bestehe zudem ein Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder. Es gebe also nicht genügend Fachkräftenachwuchs. Hinzu komme, dass Kita-Beschäftigte mehrheitlich in Teilzeit arbeiten.

Mehr denn je brauche es nun Maßnahmen, die die Fachkräfte entlasteten. «Außerdem müssen die finanziellen Mittel des Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes abgesichert und verstetigt werden. Das läuft nämlich bereits 2025 aus», so Otto.

Max Hewer, Vorsitzender GEW Saarland, bezeichnete die Ergebnisse der TeKit-Studie als erschreckend: «Anstatt einer Chance, dass die Beschäftigten in den Kitas ihre Arbeitszeit aufstocken könnten, sehen wir nun, dass fast die Hälfte noch weniger arbeiten will - auch aufgrund der hohen Belastungen.» Die Arbeitsbedingungen müssten dringend verbessert werden, um einer weiteren Reduzierung der Arbeitszeit entgegenzuwirken.

Nach Ansicht von Andreas Thiel, Gewerkschaftssekretär von Verdi Saar-Trier, seien die Ergebnisse «ein klares Warnsignal». Auch wenn der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigung zum Fachkräftemangel mit beitrage, wäre es doch fatal, die Möglichkeit der Arbeitszeitreduzierung in diesem Bereich einzuschränken. Einer der Hauptgründe, warum die Kolleginnen und ihre Kollegen ihre Stunden reduzieren wollten, sei die enorme körperliche und psychische Belastung. Um den Fachkräftemangel nachhaltig zu bekämpfen, müsse das Berufsfeld attraktiver gestaltet werden. Mehr Entlastung durch feste Vor- und Nachbereitungszeiten, festgelegte Zeiten für Praxisanleitung und die Ausweitung der vergüteten Erzieherinnen-Ausbildung seien nur einige Beispiele, wie das langfristig gelingen könne.

© dpa-infocom, dpa:240611-99-357397/2

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