Die Rheinland-Pfälzer entdecken immer mehr das Bus- und Bahnfahren für sich. Trotz mehr verkaufter Deutschlandtickets liegt Rheinland-Pfalz bei der Nutzung des Abos für bundesweite Fahrten im Nah- und Regionalverkehr zum einheitlichen Monatspreis aber immer noch unter dem bundesweiten Durchschnitt.
Seit Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023 seien von den Verkehrsverbünden im Land bis Ende des Vorjahres rund 8,7 Millionen verkaufte Tickets gemeldet worden, teilte der Staatssekretär im Mobilitätsministerium, Michael Hauer, auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion mit.
Nachdem im zweiten Halbjahr 2023 noch etwa 13,9 Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer ein Deutschlandticket besaßen, liege die Zahl ein Jahr später mittlerweile bei 18,9 Prozent, berichtete Hauer und berief sich dabei auf Ergebnisse einer Marktforschungsstudie. Der bundesweite Durchschnitt habe im vergangenen Jahr bei 20,4 Prozent gelegen.
Die Finanzierung des bundesweit gültigen Tickets im Nah- und Regionalverkehr durch Bund und Länder ist bis Ende des Jahres gesichert. Nur noch für dieses Jahr sind Bundesmittel festgeschrieben.
Der Bund gibt pro Jahr einen Zuschuss von 1,5 Milliarden Euro, um Einnahmeausfälle bei Verkehrsbetrieben auszugleichen - denn die meisten ÖPNV-Abos waren zuvor deutlich teurer. Die Länder geben ebenfalls insgesamt 1,5 Milliarden Euro.
In diesem und im nächsten Jahr soll der Preis von derzeit 58 Euro im Monat stabil bleiben. Nutzer des Deutschlandtickets im Nahverkehr müssen sich ab 2027 aber auf eine deutliche Preiserhöhung einstellen. Was das Ticket dann kosten wird, ist noch unklar.
Die Mobilitätsexpertin der Grünen-Landtagsfraktion, Lea Heidbreder, betonte den großen Wert des Deutschlandtickets für Pendelnde und auch den nachhaltigen Tourismus. Mit Sorge würden daher die Koalitionsverhandlungen im Bund und die Debatte über die Preiserhöhung ab 2027 beobachtet.
«Wer aber an der Preisschraube dreht, muss bedenken: Nach fest kommt ab», mahnte die Grünen-Politikerin. «Ab einer gewissen Schwelle werden die Abozahlen massiv einbrechen. Für uns ist klar, dass der Preis für das Deutschlandticket langfristig stabil bleiben muss.»
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