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Terror-Überlebende: "Wir sind nicht mehr dieselben Menschen"


02.04.2025 - 16:40 Uhr


Tamars größter Wunsch ist es, «dass die Geiseln nach Hause kommen». «Das ist der erste Schritt unserer Genesung. Sie müssen zurück nach Hause kommen», sagt die 15-Jährige auf Englisch. Der Kibbuz, in dem sie mit ihrer Familie lebt, war am 7. Oktober 2023 von der Hamas überfallen worden. Solange die verschleppten Geiseln nicht zurück seien, fühle es sich immer wieder so an, als ob immer noch 7. Oktober sei.

Der größte Unterschied des Lebens vor und nach dem 7. Oktober seien die Menschen: «Du fühlst, dass Du etwas verloren hast», sagt Tamar. Und: «Wir sind nicht mehr dieselben Menschen. Und ich denke, wir werden nie mehr dieselben sein.» Bei dem Überfall der Hamas und anderer islamistischer Extremisten auf Israel am 7. Oktober 2023, wurden rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

«Ich konnte die ganze Zeit nicht aufhören zu weinen»

Gemeinsam mit vier gleichaltrigen Israelis aus dem Kibbuz Magen an der Grenze zum Gaza-Streifen ist Tamar rund eine Woche zu Besuch in Mainz und Umgebung - ihre erste Reise nach Deutschland. Dabei treffen die Schüler mit Gleichaltrigen zusammen. 

Tamar und ihre Familie haben den Überfall hautnah miterlebt. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren drei Brüdern habe sie vom ersten Raketenangriff gegen 6.30 Uhr am Morgen bis zum Nachmittag im Safe Room des Hauses in großer Angst und Ungewissheit ausgeharrt, ohne Essen und Wasser. «Ich konnte die ganze Zeit nicht aufhören zu weinen», erzählt sie. Erst am Nachmittag erfuhr Tamar, dass ihr Vater, stellvertretender Sicherheitschef des Kibbuz, unverletzt geblieben war. 

Mitschüler und Lehrer starben bei dem Angriff

Dutzende bewaffnete Hamas-Terroristen hatten das Tor gesprengt und mehrere Stunden lang im Kibbuz gewütet, ergänzte die Staatskanzlei. Zwei Bewohner seien ermordet worden, die anderen hätten sich retten können. Nach vielen Stunden in hermetisch abgeriegelten Schutzräumen seien sie evakuiert worden. Tamar lebte danach rund neun Monate in einem Hotel am Toten Meer und ging dort auch zur Schule, wie sie erzählt. Dabei hätten ihr die alten Mitschüler, Freunde und Bekannte gefehlt. 

Elf ihrer Mitschüler und drei Lehrer seien bei dem Angriff ums Leben gekommen, berichtet Tamar. Darunter sei ihre Englisch-Lehrerin Judy Weinstein gewesen, die ihren Schülern nah gewesen und mit einem besonderen kanadischem Akzent gesprochen habe. Sie und ihr Mann seien erschossen und ihre toten Körper von der Hamas abtransportiert worden. «Die Menschen, die wir verloren haben, fehlen. Das spüren wir», sagt Tamar. 

Der Kibbuz Magen sei der Einzige, der in die Region zurückgekehrt sei, berichtet Tamar. In anderen seien die Häuser noch nicht wieder aufgebaut. 

Tamar hofft auf Frieden und eine gute Zukunft 

Tamar ist gleichzeitig voller Hoffnung auf eine gute Zukunft und äußert sich auch zuversichtlich: «Ich hoffe auf Frieden.» Und sie möchte mit ihren neuen Freunden und Bekannten in Deutschland in Kontakt zu bleiben. Sie hofft auch, Deutschland wieder einmal besuchen zu können. 

Ministerpräsident Schweitzer: Gewaltspirale muss endlich stoppen

Der Besuch der Jugendlichen «berührt uns sehr, ihre Stimmen geben dem Leid ein Gesicht und der Hoffnung eine Richtung», sagt Ministerpräsident Alexander Schweitzer. «Unsere partnerschaftlichen Beziehungen mit Israel, getragen von persönlichen Begegnungen und langjähriger Freundschaft, zeigen: Rheinland-Pfalz steht fest an der Seite der israelischen Bevölkerung ? für einen Waffenstillstand, einen nachhaltigen Frieden und Menschlichkeit für alle», betont der SPD-Politiker. 

«Die Gewaltspirale muss endlich stoppen, damit Wege zur Freiheit möglich werden: Für die immer noch verschleppten Geiseln, aber auch für die unterdrückte Bevölkerung in Gaza.» 

Ministerin Hubig ist von der Stärke der Jugendlichen beeindruckt

Die Schilderungen der Schüler seien «sehr bewegend gewesen», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). «Ich bin aber genauso beeindruckt von dem Mut, der Tapferkeit und der Stärke, den diese Jugendlichen an den Tag legen.»

© dpa-infocom, dpa:250402-930-421872/1

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