Der Landesvorstand der rheinland-pfälzischen FDP tagte länger als geplant und demonstrierte danach Einigkeit: Landtagsfraktionschef Philipp Fernis soll neuer Justizminister werden und stellt sich nun doch hinter die Kandidatur von Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt für den Landesvorsitz.
Unterstützung für Schmitts Kandidatur komme auch von den Staatssekretären Andy Becht (Wirtschaft) und Matthias Frey (Justiz) sowie von ihr, sagte die stellvertretende Parteivorsitzende Carina Konrad. Keiner von ihnen werde beim Parteitag an diesem Samstag in Mainz gegen Schmitt antreten, sagte die ehemalige Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Landeschefin.
Das hatte vor wenigen Tagen noch anders geklungen: In einem öffentlich gewordenen parteiinternen Streit hatten sowohl Fernis als auch Becht eine Kampfkandidatur gegen Schmitt nicht ausgeschlossen. Die Gräben waren nach dem Parteiaustritt des langjährigen Landesvorsitzenden und Bundesministers Volker Wissing sowie dem unerwarteten Tod von Justizminister Herbert Mertin zutage getreten. Diese seien jetzt in langen Gesprächen zugunsten des «Teams FDP» überwunden worden, sagte Fernis.
Der Jurist Fernis war von 2016 bis 2021 schon einmal im Justizministerium, als Staatssekretär unter Mertin. Nach der Wahl 2021 wurde er Chef der sechsköpfigen FDP-Fraktion im Parlament und fällt dort immer wieder als wortgewandter Redner und scharfer Kritiker der AfD auf. Er wolle das Ministeramt auch nach der Landtagswahl in einem Jahr (22. März 2026) weiterführen, sagte der 42-Jährige gestern Abend.
Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) wird Fernis jetzt seine Ernennungsurkunde überreichen. Die Vereidigung ist dann am Mittwoch im Landtag geplant, nach einer Gedenkminute für den am 21. Februar im Alter von 66 Jahren gestorbenen Mertin.
Der gebürtige Mainzer Fernis war nach seinem Jurastudium in der Landeshauptstadt und in Koblenz als Anwalt tätig und arbeitete auch im Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Er lebt mit seiner Familie in Bad Kreuznach und gehört seit 2011 dem Landesvorstand der FDP Rheinland-Pfalz an.
Wer Fernis als Fraktionschef für den Rest der Wahlperiode nachfolgt, ist noch offen. Dies solle auch am kommenden Mittwoch in der Fraktionssitzung entschieden werden, kündigte Fernis an. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten der Parlamentarische Geschäftsführer und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, sowie Steven Wink. Der Fraktion gehören darüber hinaus noch Cornelia Willius-Senzer (81) und Stefan Thoma (36) als Nachrücker für Mertin an.
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