Für den Wiederaufbau von Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben im Ahrtal nach der Flut sind bislang 147 Anträge auf Aufbauhilfe mit einem Gesamtvolumen von fast 89 Millionen Euro bewilligt worden. Das sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) in Mainz. Dabei handelt es sich um Geld aus dem von Bund und Ländern zur Verfügung gestellten Wiederaufbaufonds.
Nach Angaben der Landesregierung sind nach der Flut im Juli 2021 mit 135 Toten im Ahrtal 85 Prozent der von der Katastrophe betroffenen touristischen Betriebe inzwischen wiederaufgebaut. Etwa drei Viertel der davor verfügbaren Bettenkapazitäten stünden wieder zur Verfügung, ergänzte der Geschäftsführer von Ahrtal-Tourismus, Andreas Lambeck. Bei den Übernachtungen seien 55 Prozent des Niveaus von vor der Katastrophe wieder erreicht.
Bei inhabergeführten Gastbetrieben gehe die Wiedereröffnung oft mit einem Generationenwechsel einher, sagte Lambeck. Von den großen vor der Flut im Tal ansässigen Hotelunternehmen seien alle wieder zurück oder planten die Rückkehr. Bereits wieder geöffnet hat das Steigenberger Hotel in Bad Neuenahr-Ahrweiler, das dortige Dorint-Hotel ist im Wiederaufbau. Solch große Häuser seien auch für den Kongress-Tourismus wichtig, so Lambeck.
Die Gastbetriebe seien nicht nur wiederaufgebaut worden, sondern kämen mit neuen Angeboten und in neuer Anmutung daher, betonte Schweitzer, räumte aber auch ein, dass der Wiederaufbau noch nicht abgeschlossen sei und es weiter Herausforderungen gebe. «Es wird nicht sein wie vorher», sagte er.
Lambeck rechnet damit, dass der touristische Wiederaufbau noch acht bis zehn Jahre in Anspruch nehmen wird. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) sagte, das Ahrtal ziehe inzwischen auch jüngere Besucher an als früher. Neben jungen Familien spreche es gezielt auch sportbegeisterte Menschen an.
Als wichtigen Baustein für die künftige Mobilität in der Region nannte Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) den Wiederaufbau der Strecke der Ahrtalbahn inklusive deren Elektrifizierung. Ab Dezember 2025 sollen Züge wieder von Remagen bis Ahrbrück unterwegs sein, allein auf dem bei der Flut völlig zerstörten Abschnitt zwischen Walporzheim und Ahrbrück mussten 13 Brücken neu gebaut und acht saniert werden.
Die vom Bund getragenen Kosten für die Bahnstrecke belaufen sich Eder zufolge auf 293 Millionen Euro. Künftig sollen auch dank neuer Technik Verbindungen ohne Umstieg von und nach Frankfurt sowie Köln möglich sein.
Ein weiterer Meilenstein werde im kommenden Jahr erreicht, wenn wieder große Teile des Ahrradwegs befahrbar seien, sagte Lambeck von Ahrtal-Tourismus. In der Region entstehe viel Neues, darunter sieben Ahrschleifen für Wanderer. In Arbeit seien unter anderem eine Machbarkeitsstudie für eine Hängebrücke und eine Studie zum Potenzial für den Mountainbike-Tourismus. Ende 2026 sei die Eröffnung einer neuen Konzerthalle samt Haus des Gastes und Stadtbibliothek in Bad Neuenahr-Ahrweiler geplant, in der Kurstadt soll auch eine Heilwasser-Erlebniswelt entstehen. Bad Neuenahr-Ahrweiler solle wieder der führende Kurort in Rheinland-Pfalz werden, sagte Lambeck.
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